Steffen Kern

Wort zum Tag

Anker in der Zeit

Beständig sei nur der Wandel, sagen wir. Die Jahrhunderte wechseln und mit ihnen die Herrscher, die Meinungen und Trends, die Sitten und Gebräuche, sogar die Religionen. Was gestern noch galt, ist morgen schon alt. Nichts, was wirklich bleibt. Nichts, was ewig gilt. Nichts, was Bestand hat.

Was für die große Geschichte gilt, stimmt auch in meiner kleinen Lebensgeschichte. Die Jahre gehen dahin und mit ihnen meine gute Figur und die Haare auf meinem Kopf. Dafür kommen Pfunde auf die Rippen, und erste Falten ziehen in mein Gesicht. Alles ändert sich - auch meine Interessen, zum Teil meine Freunde, wenn ich ehrlich bin, so ziemlich mein ganzes Leben.

Alles fließt, sagt schon der alte Philosoph Heraklit. Alles ist im Fluss. Bleibt also gar nichts? - Nein, wir suchen nicht den berühmten Fels in der Brandung; an Felsen stößt man sich nur und holt sich blutige Schrammen, sie sind mehr Gefahr als Schutz im Fluss der Zeit; und an ihnen fließt alles vorbei. Was wir brauchen, ist ein Anker. Einen Halt, der mitgeht, wenn die Zeit uns weitertreibt. Eine Sicherheit, die uns in allem Wandel begleitet. Ein Anker ist jederzeit bereit, uns neuen Halt zu geben.

Dieser Anker ist Jesus Christus. Er begleitet uns, wohin unsere Reise auch geht. Von ihm kommen wir her, auf ihn gehen wir zu. Er ist unser Ursprung. Er ist unser Ziel. Sein Kreuz markiert das Zentrum der Geschichte. Und heute ist er nur ein Gebet weit weg.

Jesus Christus - in allem Wandel ist er der Beständige, der Anker in meiner Zeit.

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